Sunday, February 5th 2012
Jun
2010
14

Figuren im Kinderfernsehen der DDR

Das Kinderfernsehen in der DDR hatte, verglichen mit dem Fernsehen in der BRD, ein sehr hohes Niveau. Aus diesem Grund wurde immer wieder versucht, den Sendungen, die im DDR Fernsehen liefen, einen politischen Auftrag zu übertragen. Das führte dann auch leider dazu, dass immer weniger Menschen daran interessiert waren, sich diese hochwertigen Sendungen im Fernsehen anzusehen.

Als die Verantwortlichen diesen Rückgang an Zuschauern bemerkten, starteten sie den Versuch, regelmäßige und qualitative Fernsehsendungen für Kinder anzubieten. Dies geschah im Jahr 1954 und das Konzept war so erfolgreich, dass diese Kinder-Sendungen und Kinderfilme ab 1956 fünfmal die Woche liefen. Die Zielgruppe, die das DDR Fernsehen mit ihren Kindersendungen erreichen wollte, waren hierbei die 10-13-Jährigen.

Um den Kindern kindgerechtes Fernsehen ermöglichen zu können, wurde verschiedene Figuren ins Leben gerufen. Die wohl bekannteste Figur hierbei war der „Sandmann”. Der Sandmann trat das erste Mal im Jahr 1959 auf. Er war eine Trickfilmfigur und hatte die Aufgabe, die Kinder vor dem Schlafengehen mit seinen Geschichten zu unterhalten. In seiner Sendung „Abendgruß” spielten auch andere Figuren mit. Der Sandmann wurde aufgrund seines lieben Aussehens und seiner tollen Geschichten von den Kindern sehr schnell akzeptiert und geliebt und ist bis heute die liebste Figur der Kinder. Per „Erbrecht” ging diese Figur nach der Wende ins gesamtdeutsche Fernsehen über. Während der Teilung war der Westsandmann in der BRD nämlich unbeliebter als sein DDR-Pendant.

Eine weitere Person im DDR Kinderfernsehen war „Meister Nadelöhr”. Dieser kann mit dem tapferen Schneiderlein verglichen werden und wurde von einem echten Menschen gespielt. Dieser Mensch war meistens ein bekannter Schauspieler in der DDR, da diese Rolle sehr beliebt war. Meister Nadelöhr war eine Art Märchensendung, in der der Meister selbst Lieder sang oder kleine Filme zeigte.

Eine der umstrittensten Figuren im Fernsehen war der „kleine Kobold Pittiplatsch”. Dieser trat 1962 das erste Mal im Fernsehen auf. Mit seinen frechen Sprüchen und Kommentaren war er bei den Kindern sehr beliebt, wurde aber aufgrund dieser Sprüche von der DDR verboten. Nachdem viele Kinder und Eltern gegen eine Absetzung von Pittiplatsch demonstriert hatten, wurde der kleine Kobold Weihnachten 1962 wieder im Fernsehen gezeigt – allerdings sehr zensiert.

Das DDR Fernsehen lieferte eine hochwertige Unterhaltung für Kinder. Hierbei sind sowohl die verschiedenen Sendungen als auch die in der DDR gedrehten, wunderschönen und bekannten Märchen zu erwähnen, in denen ebenfalls immer bekannte Schauspieler die Hauptrollen spielten. Die Zielsetzungen, die die DDR mit diesen Sendungen und Märchen verfolgte, waren vielfältig. Zum einen sollten die Kinder dadurch gute und positive Einstellungen zum Sozialismus bekommen. Zum anderen sollten sie dieses Gefühl dann für die Stärkung der DDR einsetzen. Das DDR Fernsehen wurde also in erster Linie dazu genutzt, den Kindern ein positives Gefühl für ihr Land zu geben.

Ähnliche Artikel:

  1. Visite
  2. Modekiste
  3. Fernsehen der DDR