Monday, February 20th 2012
Dez
2011
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Siegfried Böhm: War es ein Auftragsmord?

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Siegfried Böhm: War es ein Auftragsmord?

Können Sie sich noch an Siegfried Böhm erinnern? Wenn Sie aus den neuen Bundesländern kommen und vor 1960 geboren sind, können Sie sich vielleicht erinnern. Siegfried Böhm war Finanzminister in der früheren DDR. Sein Tod im Jahre 1980 bleibt immer noch ein Rätsel. War es tatsächlich ein Auftragsmord?

Wurde der Minister von einem Killerkommando getötet?

Mindestens in einem Fall soll ein aktiver Politiker von einem DDR-Mordkommando getötet worden sein. Es soll sich dabei um den früheren DDR-Finanzminister Siegfried Böhm gehandelt haben. Die Bundesanwaltschaft ermittelt in diesem Fall. Wollen Sie sich heute über das aktuelle Geschehen in der Finanzwelt informieren, können Sie einen Blick auf www.myfinz.de informieren. In der früheren DDR sah es mit der Finanzpolitik ganz anders aus. Siegfried Böhm wurde am 04. Mai 1980 erschossen in seinem Haus in Berlin-Karlshorst aufgefunden. In der DDR wurde dieser Todesfall offiziell als Unglücksfall dargestellt. Nach den Ermittlungen der Stasi, die kurz nach dem Eintreffen der Polizei am Tatort aufgenommen wurden, soll es sich um ein Eifersuchtsdrama gehandelt haben. Demnach wollte Böhm seine Familie verlassen und wurde daraufhin von seiner Ehefrau mit seiner Dienstpistole erschossen. Die Ehefrau erschoss sich anschließend selbst mit der Dienstpistole.

Die Familienmitglieder des Ministers hielten diese Version vom Tathergang bereits damals für ausgeschlossen. Ermittler der Bundesanwaltschaft vermuten, dass das Ehepaar von einem Killerkommando erschossen und die Tat als Eifersuchtsdrama getarnt wurde. Gegen Ende der 1970er Jahre äußerte sich Böhm gegenüber einem Stasi-Verbindungsmann kritisch über die Entscheidungen des DDR-Politbüros zur Finanzpolitik. Böhm wollte nicht mehr länger die geschönten Angaben über die prekäre Finanzsituation in der DDR mittragen. Er besaß Kenntnisse über illegale Währungs- und Goldgeschäfte der DDR. Daher stellte Böhm ein Risiko für die SED-Führung dar. Ob der Mord aus diesem Grund angeordnet wurde, ist noch unklar.

Widersprüche in den Ermittlungsunterlagen

In den Ermittlungsunterlagen traten Widersprüche auf. Ein mutmaßlicher Auftragsmörder, der vor einigen Jahren festgenommen wurde, machte keine Angaben. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass das Killerkommando aus 5 bis 6 Personen bestand und für bis zu 25 Morde in den Jahren 1976 bis 1987 verantwortlich ist. Zur eigenen Absicherung sollen die Täter wichtige Beweismittel an verschiedenen geheimen Orten aufbewahren. Böhm, von 1966 bis 1980 Finanzminister in der DDR, soll nach Ansicht der Bundesanwaltschaft von einem Killerkommando erschossen worden sein.

Bild: panthermedia.net David Morrison