Wednesday, May 2nd 2012
Jan
2011
21

Kaum Fernseher zum Sendestart

Das Modell Leningrad in all seiner Pracht

Das DDR Fernsehen startete zeitgleich mit dem westlichen Fernsehen. Der nordwestdeutsche Rundfunk hatte mit Testsendungen und -übertragungen schon 1950 begonnen, aber erst Weihnachten 1952 erfolgte die erste Sendung. Zu diesem Zeitpunkt waren die DDR-Bürger schon viel routinierter im Umgang mit dem TV-Gerät – startete doch der Deutsche Fernsehfunk schon drei Tage früher ;-) Und dabei war die erste Übertragung des zweistündigen öffentlichen Programms sowieso eine recht exklusive Veranstaltung: Ganze 60 Geräte standen in Berlin und nur in Berlin. Man kann sich wohl nur sicher sein, dass alle dieses neue technische Wunderwerk anhatten.

Der Preis war damals auch nicht von schlechten Eltern. Während ein moderner Fernseher heute um die 1000 Euro kostet und dann FullHD und eine Bilddiagonale von 50 Zoll bietet, gab es vor gut 60 Jahren nur das Modell Leningrad. Die Bilddiagonale betrug hier ganze 18×13,5 Zentimeter. Da ist der Bildschirm des Apple iPad größer. Dazu kam der Preis von 3500 Ostmark. Im Durchschnitt verdiente man damals nicht einmal ein Zehntel des Kaufpreises im Monat. So war die Sendung „Aktuelle Kamera“ zwar die erste deutsche Nachrichtensendung, aber auch eine nicht besonders stark gesehene. So war der Einfluss der SED auf die Sendung in den Anfangsjahren noch recht gering, es schaute ja eh kaum jemand zu.

Da war die Wochenschau „Der Augenzeuge“ schon sehr viel wichtiger, erreichte sie im Kino doch ein viel größeres Publikum. Zudem war „Der Augenzeuge“ eine extrem langlebige Sendung, bis Ende 1980 wurde sie produziert, bei Icestorm Entertainment sind die alten Wochenschauen sogar auf DVD erschienen und zeigen auf anschauliche Weise, wie man Nachrichten beeinflussen konnte.

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