Wednesday, May 2nd 2012
Apr
2011
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Wie die Farbe im DDR Fernsehen Einzug hielt

Ein Blick ins Puppentrickfilmstudio des DDR-Fernsehens

Viele Menschen denken, dass die Technik der DDR veraltet gewesen wäre. Doch zumindest hinsichtlich des Fernsehens war Ostdeutschland für die damalige Zeit auf einem sehr modernen Stand. So strahlte die DDR noch vorm Westen die erste Fernsehsendung aus. Den ersten Schritt zum Farbfernsehen machte zwar der Westen, aber dafür war das erste Farbfernsehgerät der DDR technisch wesentlich ausgefeilter.

DDR hatte vor dem Westen ein Fernsehprogramm

Man glaubt es kaum, doch beim Fernsehen hatte die DDR die Nase vorn. So startete das Fernsehen in der DDR einige Tage vor dem Westen. Zu Stalins Geburtstag, am 21. Dezember 1952, startete der Deutsche Fernsehfunk in der DDR die Ausstrahlung eines täglichen Programms. Die erste Sendung, die in Ostdeutschland ausgestrahlt wurde, war die „Aktuelle Kamera“. In der BRD ging es erst am 25. Dezember 1952 und damit vier Tage später los.

Beim Farbfernsehen lag der Westen vorne

Das Rennen um die erste Farbausstrahlung machte dagegen der Westen. Am 25. August 1967 wurde in der BRD das Farbfernsehen eingeführt. In der DDR erfolgte die erste Farbübertragung erst am 1. März 1969. Dafür war der erste in der DDR hergestellte Farbfernseher technisch wesentlich höher entwickelt. Er hieß „RFT Color 20/1“ und war nach einem französischen Fernsehgerät der erste Farbfernseher mit Volltransistor. Im Preisvergleich der Fernseher von Ost- und Westdeutschland schnitt das Gerät aus der DDR jedoch wesentlich schlechter ab. Mit knapp 3700 Mark war der Color 20 umgerechnet wesentlich teurer als die Geräte aus Westdeutschland.

Fernsehgeräte der DDR

Die Fernseher der DDR und der BRD unterschieden sich deutlich. Während es in Westdeutschland Geräte von noch heute bekannten Herstellern – wie beispielsweise Philips Fernseher – gab, sind die Namen der Hersteller von DDR-Geräten heutzutage eher unbekannt. Das erste Fernsehgerät der DDR trug übrigens den Namen „Leningrad“. Auch die Technik wurde zur Propaganda genutzt. Details zu der Technik der Fernsehgeräte und zu vielen anderen Produkten aus Ostdeutschland können Sie im DDR-Museum von Berlin erfahren.

Der Osten konnte Westfernsehen empfangen

Es war zwar verboten, doch technisch gesehen konnte das Westfernsehen auch in Ostdeutschland empfangen werden. Jedoch konnten die DDR-Geräte Sendungen aus dem Westen nur in Schwarz-Weiß empfangen. Dies lag daran, dass die Republiken zwei unterschiedliche Systeme zur Farbübertragung verwendeten. Wie die Sowjetunion entschied sich die DDR für das System Secam. Diese Fernsehnorm stammt aus Frankreich. Der Westen nutzte dagegen das PAL-System.

Bild: Bundesarchiv, Bild 183-U1109-022 / CC-BY-SA

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