2011 15
Kindererziehung in der DDR
Die Erziehung der Jüngsten in der DDR unterschied sich von jener der BRD. Bereits im frühen Kindesalter begann eine sozialistische Erziehung, die sich im Schulwesen fortsetzte. Kinderkrippen ermöglichten beiden Elternteilen zu arbeiten, jedoch lernten die Kinder individuelle Fertigkeiten und Talente der Gruppe unterzuordnen. Diese Unterordnung gehört zu den Nachteilen des Erziehungssystems in der DDR, doch gab es ebenso Vorteile für die Familie.
Kinderbetreuung
Die Erziehung begann bereits im frühen Kindesalter. Bis zu einem Alter von drei Jahren brachten Mütter ihre Kinder in Kinderkrippen unter, während sie bis zum sechsten Lebensjahr einen festen Betreuungsplatz in einem Kindergarten mit regelmäßigen Mahlzeiten und Schutzimpfungen erhielten. Diese Form der Kleinkindererziehung ermöglichte es beiden Elternteilen zu arbeiten. Nachteil an dem früh einsetzenden Betreuungssystem war die sozialistische Erziehung, in der die gemeinsamen Interessen der Gruppe im Vordergrund standen und sich individuelle Fähigkeiten der Gemeinschaft unterordnen mussten. Im Gegensatz zu der heutigen Zeit, in der Babys und Kleinkinder schöne Babymode tragen, war die Kleidung in der DDR eher zweckmäßig und unterschied sich im Design von der Mode, die die Menschen in der BRD trugen.
Das Schulsystem
Die Einschulung erfolgte mit dem sechsten Lebensjahr. Wie bereits bei der Kinderbetreuung zeichnete sich die Schule durch seine sozialistische Orientierung aus. Die Polytechnische Oberschule bestand aus der Unter-, Mittel- sowie Oberstufe und bereitete die Schüler auf den Berufseinstieg vor. Aufgrund der Bildungspolitik absolvierten nur wenige Schüler das Abitur, für dessen Zulassung die politische Einstellung und soziale Herkunft entscheidend war.
Erziehung durch Kinderfernsehen
Die Erziehung bezog ebenso die Medien mit ein. So gab es im DDR Kinderfernsehen Meister Nadelöhr und eine abgekupferte Version des Sandmännchens. Zu den bekanntesten Figuren aus Kindersendungen der DDR gehört Pittiplatsch. Außerdem entstanden zahlreiche Märchenfilme. Ziel des Kinderfernsehens war die Vermittlung einer positiven Einstellung zum Sozialismus und zur DDR.
Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1989-0710-025 / CC-BY-SA 3.0
