2011 27
Wie verbreitet war das Videoband-Format MAZ in der DDR?
Die Abkürzung MAZ steht für Magnetische Aufzeichnung. Mit dieser Speicherungstechnik werden visuelle und akustische Inhalte auf magnetische Medien aufgezeichnet. Bis vor einigen Jahren war Maz in Deutschland noch die gängigste Speicherungsmethode von Medien. Doch mittlerweile dominieren bandlose Aufzeichnungstechniken den Markt. Während in Westdeutschland jeder zweite Haushalt einen Videorekorder besaß, gehörte er in der DDR zu den Luxuswaren.
Welche Vor- und Nachteile bietet das MAZ-Format
Ein Vorteil des MAZ-Formates ist, dass Videoaufzeichnungen über einen Timecode vorgenommen werden können. So braucht der Nutzer während der Aufzeichnung nicht anwesend sein. Außerdem entsprach dieses Format bis vor einigen Jahren den professionellen Standards zur Signalübertragung. So wiesen auch die Videogeräte der Fernsehanstalten in der Regel das MAZ-Format auf. Seit 2004 werden auch MAZ-Geräte mit einer Festplattennutzung angeboten. Heute gebräuchliche MAZ-Formate sind unter anderem DV, Betacam SP und Digital Betacam. Das MAZ-Format wird jedoch zunehmend aus der Medienlandschaft verbannt. Für die Speicherung von Medien werden nun überwiegend bandlose Aufzeichnungsmethoden verwendet, wie beispielsweise Speicherkarten. Diese haben unter anderem den Vorteil, dass sie wesentlich kleiner sind.
Geschichte des Videorecorders und des MAZ-Formates
1956 brachte das US-Unternehmen Ampex die erste MAZ-Maschine auf dem Markt. 1963 wurde das MAZ-Format zum ersten Mal in der Bundesrepublik Deutschland verwendet. Dies geschah bei der Ausstrahlung des bekannten „Dinner for One“-Sketches. An 1971 wurden die ersten Videorekorder für Privathaushalte in der Bundesrepublik Deutschland verkauft. Diese beruhten auf der Technik der Magnetbreitbandaufzeichnung. Die Kassetten hatten damals nur eine Höchstspieldauer von einer Stunde. Erst ab 1980 konnten auch DDR-Bürger Videorekorder erwerben. Diese wurden importiert und galten mit einem Preis von circa 8.000 Euro als Luxusware. Falls Sie sich auch für die Ausstattung der DDR-Haushalte mit anderen Medien interessieren, können Sie auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung Statistiken anschauen, die sowohl den damaligen Besitz von technischen Geräten wie auch den heutigen Konsum von Mediengeräten von Ost- und Westdeutschland vergleichen.
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