Monday, February 20th 2012
Dez
2011
23

Wohnkultur in der DDR

Wohnkultur in der DDR

Wohnkultur in der DDR

Jeder richtet sich seine Wohnung individuell ein. Bei der Vielfalt an Möbeln und den vielen unterschiedlichen Preislagen ist das kein Problem. Sie richten sich Ihre Wohnung nach Ihrem Stil ein und wählen in Ruhe die Möbel aus. In der DDR sah die Wohnkultur etwas anders als heute aus. Der Wohnraum war oft nur begrenzt, denn es herrschte Wohnungsknappheit. In dieser Zeit herrschte ein anderer Geschmack, denn es war eine andere Zeit.

Die Wohnkultur der DDR

In der DDR ging es um industrielle Formgestaltung. Das entsprach längst nicht jedem Geschmack. Alle Möbel waren irgendwie einheitlich. Zahlreiche Möbel wurden ausschließlich für den Export gefertigt, denn der Möbelexport war ein Devisenbringer. Im Jahre 1964 war die DDR sogar Weltmeister im Möbelexport. Für das kleine, rohstoffarme Land waren weltmarktfähige Exportgüter sehr wichtig.

Trotz der Möbelproduktion, die in großem Umfang und in vielen Städten in der DDR erfolgte, wurde die mangelnde Wohnkultur im Inland beklagt. Oft wurde mit dem schlechten Geschmack der Käufer argumentiert. Die Käufer hatten durchaus guten Geschmack, doch wurden in den Geschäften einfach nicht genug hochwertige Möbel angeboten. Die Möbel, die in Wohnzeitschriften vorgestellt wurden, waren im Handel oft nicht verfügbar. Die Wohnkultur in der DDR war durch den Bauhausstil geprägt. Die Einrichtung war funktional und wurde auf wenige Dinge reduziert. Möbel, die diesem Stil nicht entsprachen, galten als überkommen, bürgerlich oder kitschig.

Der einfache Stil der Möbel in der DDR war nicht von ungefähr. Es galt, das vorhandene Material effektiv auszunutzen und in kurzer Zeit viel zu produzieren. Später, in den 1970er Jahren, wurde der Wohnstil durch traditionelle Formen beeinflusst. Bauernmöbel, zu denen massive Tische, Stühle und Kommoden gehörten, kamen in Mode. Sie waren jedoch nur schwer zu bekommen. Verschiedene Stilrichtungen wurden unbekümmert gemischt.

Eigenbau war angesagt

Die Wohnwände in der DDR waren sehr einheitlich und unterschieden sich oft nur durch kleine Details. Viele Möbel waren so konzipiert, dass sie ergänzt werden konnten. Die Bürger der DDR waren sehr kreativ. Den Mangel an hochwertigen und schönen Möbeln überbrückten sie, indem sie viel selbst bauten. Altbauwohnungen und Häuser auf dem Land wurden in Eigenregie umgestaltet und mit selbst gebauten Möbeln ergänzt. Alte Möbel wurden individuell aufbereitet.

Bild: panthermedia.net Markus C. Hurek

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